Bis zum 21.5.2015 waren wir in der Lage, an der Schule am Feldkamp eine "Pädagogische Insel" vorzuhalten. Da der Modellversuch "Kapitalisierung von Lehrerstunden" ausgelaufen ist, haben wir leider nicht mehr die Möglichkeit, dieses tolle Angebot aufrechtzuerhalten. Das Projekt hat sich bestens bewährt. Das Kollegium und die Schülerinnen und Schüler trauern sehr!

Danke liebe Andrea Keibel für die tolle Arbeit!

 

Das Konzept, das der Pädagogischen Insel zugrunde lag:

 

Wir hoffen, dass dieses Model Eingang finden wird in die pädagogische Praxis der Schulen im Landkreis Cuxhaven. Wir werben dafür beim Schulträger und den Schulen im Sekundarbereich.

 

„Verhaltensauffälligkeit wird nun in diesem Sinne verstanden als Entwicklungsverzögerung. Kinder haben – aus unterschiedlichsten Gründen – bestimmte, eigentliche altersgemäße Fähigkeiten, entweder nicht entwickelt, oder sie zeigen sie in bestimmten Situationen nicht.

Bisher haben sie nicht die pädagogische Umgebung gefunden, die die Entwicklung solcher Fähigkeiten fördert.“[1]

 

 

Eine solche Umgebung soll mit der Einrichtung einer „pädagogischen Insel“ geschaffen werden:

paed-insel-1Für Schüler, die Verhaltensprobleme haben

und für Schüler, die verstärkt Zuwendung brauchen.

 

Ziele der „pädagogischen Insel“

 

Unser Ziel ist es, die sozialen und emotionalen Kompetenzen der Schüler zu fördern, ihnen einen Entwicklungsraum zu geben. Das gilt sowohl für Schüler/-innen mit Verhaltensproblemen, als auch für Schüler/- innen die verstärkt Zuwendung brauchen.

Diese Zielsetzung beinhaltet folgende Aspekte:

  • Stärkung und Förderung der Schüler/-innen in Ihrer Selbstwahrnehmung und Selbstakzeptanz
  • Verstärkung sozial erwünschter Verhaltensweisen
  • Vermittlung von Erfolgserlebnissen und Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Entzerrung und Abbau von angespannten Situationen und dadurch …

… Entlastung aller Schüler/-innen und der Lehrkräfte.

 

Rahmenbedingungen der „pädagogischen Insel“

 

In der Eingewöhnungsphase werden zunächst alle Schüler/- innen die Insel zu festgelegten Zeiten besuchen. Hierbei bleibt zunächst die Verankerung im Klassenverband erhalten und es werden jeweils nur Schülergruppen aus einer Klasse die Insel besuchen.

Hierfür ist eine Gruppenstärke von maximal 5 Schüler/- innen festgelegt.

Gleichzeitig gibt es offene Stunden, die eine bedarfsgerechte Nutzung, in Anpassung an die Schulsituationen, ermöglichen.

Für die ersten Monate besteht die Absprache, keine Schüler/- innen spontan zur Insel zu schicken, um den Eingewöhnungsprozess der Kinder innerhalb der Insel nicht zu stören und möglichst viele stabile Faktoren anbieten zu können.

Nach der Eingewöhnungsphase werden neue Schülergruppen für die Insel zusammengestellt. Diese Gruppenzusammenstellungen werden mit den Klassenlehrern ausgearbeitet.

 

Personelle Besetzung und Öffnungszeiten der Insel

 

Die Schule hat aus den Mitteln der kapitalisierten Lehrerstunden eine befristete Stelle für eine Betreuungskraft eingerichtet.

Die pädagogische Insel kann deshalb täglich für je 2 Doppelstunden besetzt sein, damit ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Kontinuität gewährleistet werden kann.

Zunächst steht jeder Klasse 1 Doppelstunde/Woche zur Verfügung.

Für die 10. Klasse ist keine feste Wochenstunde eingeplant.

Die jeweiligen Klassenlehr/- innen wählen die Schüler/- innen aus, die in den ersten Wochen abwechselnd die Insel besuchen können.

In den Pausen bleibt die Insel geschlossen, um den Kontakt und den Austausch zwischen der Betreuungskraft und den Lehrkräften zu ermöglichen.

 

Räumliche Ausstattung

„Zum Sichwohlfühlen ist die Gestaltung der „Insel von großer Bedeutung“

Der Pädagogischen Insel stehen 2 Räume zur Verfügung.

  • Der erste Raum ist mit einer kleinen Kochzeile bestückt, sodass auch ein Frühstück zubereitet werden kann. Für das gemeinsame Essen steht ein Esstisch zur Verfügung.

Der Essplatz wird mit einem halbhohen Raumteiler zum Arbeitsbereich abgegrenzt.

Hier können auch Gesellschaftsspiele gespielt werden.

Im kreativem Bereich ist ein großer Arbeitstisch und es stehen 3 Staffeleien zur Verfügung.

  • Der zweite Raum ist mit einer Kuschelecke, einem Boxsack, einer gemütlichen Sitzecke, Büchern, Spielen und mit einem Keyboard (Kopfhöreranschluss) ausgestattet.

Angebote

Den Kindern in der Insel soll es grundsätzlich frei stehen, womit sie sich beschäftigen. Die Aufgabe der Inselbetreuung ist es, den Kindern unterstützend zur Seite zu stehen, aus dem Angebot etwas auszuwählen.

Beschäftigungsangebote für die Schüler/-innen

  • Mal- und Bastelecke (Malutensilien, Papier, Leinwände u. a. Materialien)
  • Bücherecke mit Sitzgruppe
  • Spiele
  • Malen auf Leinwand
  • Keyboard spielen (über Kopfhörer)
  • Boxsack
  • Ruhe-/Kuschel- Entspannungsecke
  • Mahlzeiten, wie Cornflakes, Waffeln, Rührei, Quarkspeisen usw., die von den Kindern selbst zubereitet werden
  • evtl. Entspannungstechniken – Traumreisen o.a.

Regeln

In der Insel sollen einige grundlegende Regeln gelten. Bei einem groben Verstoß gegen diese Regeln, muss die Insel verlassen werden.

  • Wichtigste Regel:

Jede/r Schüler/-in hat das Recht in Ruhe und ungestört ihren/seinen Interessen nachzugehen.

  • Ich begegne den anderen Kindern ruhig und freundlich.
  • Mit Material gehe ich achtsam um.

Ich erkenne die Autorität von der Inselbetreuerin an

 


[1]          Bergsson/Luckfiel 1998, S.24

 

 

   
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